Erfahrungsbericht 5. : Unerwünschte, aber mögliche Folgen von Zwangsverpaarungen bei Dompfaffen

Für die erstmalige Zucht von braunpastell gelben Dompfaffen wurden von uns für das Zuchtjahr 2018 8 Dompfaffe aus 2017 erworben.

Daraus wurden Anfang April 4 Zuchtpaare, die nach unserer Einschätzung am besten zusammen passen würden, ausgewählt und in ihre Zuchtboxen verbracht.

Die erworbenen Vögel stammen von 4 verschiedenen Züchtern.

Hatten die Zwangsverpaarungen Erfolg???

 

Teils jabei Paar 1 und 2:

Konkret heißt dies, dass die Paare von Anfang an harmonierten, ein normales Balzverhalten zeigten und allein vielleicht 2 – 3 Wochen später als erwartet

mit dem Nestbau begannen. Ein Paar bebrütet zwischenzeitlich das 1. Gelege; das zweite Paar befindet sich bei der Eiablage.

 

Letztlich Teils ja auch bei Paar 3

Dazu mussten allerdings die Hähne der zwei verbliebenenen Paare ausgetauscht werden.

Grund:

Die Henne des 3. Paares lehnte den ihr zugedachten Hahn und – dies

zunehmend von Tag zu Tag mehr – ab. Ihre Agressivität steigerte sich nach etwa 14 Tagen sehr. Sie spielte Katz und Maus; sie war die Jägerin und der Hahn der Gejagte, so dass das Paar

durch einen Zwischenschieber getrennt werden musste. Nach 3 Tagen wurde die Trennung für kurze Zeit versuchsweise aufgehoben und es sah so aus, als wenn diese Maßnahme gewirkt

hätte. Nach weiteren 3 Tagen wurde entsprechend mit dem gleichen Ergebnis verfahren; das Paar wurde allerdings wieder getrennt und am nächsten Tag – die Verträglichkeit der Beiden schien ja

hergestellt – wieder auf Dauer zusammengeführt.

 

Das dies ein großer Irrtum war und dies dem Hahn vermutlich fast das Leben gekostet hätte, entdeckten wir am nächsten Tag beim morgendlichen Füttern. Der Hahn

wurde total verängstigt, stark blutend ( am Kopf unter beiden Augen) und in einer hinteren Ecke am Boden der Zuchtbox hockend vorgefunden. Dabei wurde er von der Henne – auf

einer Sitzstange über ihn sitzend – mit gespreitzten Flügeln und aufgesperrtem Schnabel bedroht. Boxenwände und Sitzstangen zeigten deutliche Blutspuren. In der Tat glauben wir,

dass ihre Abneigung so groß geworden war, dass der Hahn nicht überlebt hätte, hätten wir ihn nicht noch rechtzeitig so vorgefunden.

Die Bilder zeigen den Hahn, nachdem die Box abgetrennt worden war und er sich nach einiger Zeit wieder auf eine Sitzstange getraut hatte. Bei einer

Vergrößerung der Bilder durch Anklicken sind seine Verletzungen noch weit besser erkennbar.

 

Nach weiteren zwei Tagen wurde der Henne der Hahn von Paar 4 zugeteilt. Der Hahn von Paar 4 war für die Henne von Paar 3 offenbar ihr “Prinzgemahl”. Die folgenden

Bilder zeigt das Paar in seiner Box und die Henne nach zwei Wochen bei der Brut des 1. Geleges. Nach der 5. Eiablage wurde der neue Hahn vorsichthalber allerdings von ihr abgetrennt.

 

Teils nein – bei Paar 4

Der Henne wurde aus dem bekannten Grund neu der Hahn aus Paar 3 zugeteilt. Ergebnis: Totale Fehlanzeige, nicht das geringste Balzverhalten, ignorieren der Nesthilfe und nur

friedliches Zusammenleben in der Box. Ob dies daran liegt, dass der Henne ihr erster Partner genommen wurde und der neue Hahn das Schockerlebnis mit seiner ersten Partnerin noch nicht

überwunden hat, wissen wir nicht. Sollte dieses Paar doch noch zur Brut schreiten, werden wir dies an dieser Stelle dokumentieren. Optimistisch sind wir diesbezüglich derzeit aber nicht.

Das Bild zeigt das Paar in der Box.

 

 


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