Erfahrungsbericht 6: Austausch der Eier während der Gelegebildung gegen Kunsteier – Ja oder Nein?

Das Bild zeigt die dritte Eiablage (das Ei vorne) eines Birkenzeisiggeleges. Bei

den beiden unpunktierten Eiern handelt es sich um Kunsteier.

 

Dieses Ei haben wir – wie die ersten beiden Eier und wie im nachfolgenden Bild

zu sehen – ebenfalls gegen ein Kunstei ausgetauscht.

Entsprechend verfahren wir auch mit der vierten und fünften Eiablage eines Geleges.

Erst am Tag nach der fünften Eiablage ( die Henne könnte ja noch ein sechstes

Ei ablegen ) tauschen wir die Kunsteier wieder gegen die Natureier.

 

Damit erreichen wir, dass alle Jungvögel am gleichen Tag innerhalb kurzer Zeit

geboren werden.

 

Verfährt man nicht so, werden die Überlebenschancen des zuletzt oder manchmal auch

der beiden zuletzt geborenen JV geschmälert.

 

Dies deshalb, weil die zuerst geborenen gegenüber den Stunden

später oder erst am nächsten Tag geborenen JV bei der Fütterung

schneller “sperren” (=um Futter betteln) als die zuletzt geborenen Geschwister. Dies

wiederum führt dazu, dass die älteren JV i.d.R. zuerst gefüttert werden und erst später

die zuletzt geborenen. Diese bekommen dann oft auch noch weniger Futter ab.

Die weitere Folge davon ist, dass die zuerst geborenen JV von Tag zu Tag immer

kräftiger und die zuletzt geborenen schwächer werden, bis sie schließlich so schwach

geworden sind, dass sie nicht mehr sperren können und dann verenden.

 

Bei uns gingen aus den vorgenannten Gründen ohne Austausch der Eier gegen

Kunsteier ca. 5 bis 10 % der Nachzuchten verloren .

 

Diese Erfahrung bedingt, dass wir die Eingangsfrage heute

eindeutig mit “Ja” beantworten und nur noch wie beschrieben

verfahren.

 

Natürlich kann man versuchen, den beschriebenen

Nachteil der “späten Geburt” auszugleichen, in dem

man Aufzuchtfutter bereitet und mit Hilfe einer Spritze bei den zuletzt

geborenen JV beifüttert, bis auch diese gleich groß und kräftig sind.

Dies ist allerdings zeitaufwendig und kann daher

nicht von allen Züchtern geleistet werden kann.

 

Für die Aufbewahrung und den Austausch der Eier erweist sich ein

Sortimentskästchen aus dem Baumarkt als wertvoller und praktikalber “Helfer”.

Das Bild zeigt die Aufbewahrung der Eier des Birkenzeisiggeleges

von Bild 1 vor der dritten Eiablage;

links: die ersten beiden Natureier – rechts: weitere Kunsteier


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